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Home/Newscenter/Die Viertelfinal-Duelle im BBL Pokal: Welche vier Teams schaffen es am Wochenende ins TOP FOUR?

Kochs NachschlagDie Viertelfinal-Duelle im BBL Pokal: Welche vier Teams schaffen es am Wochenende ins TOP FOUR?

08. Dezember 2023

Die letzte Runde vor dem TOP FOUR des BBL Pokals steht auf dem Programm. Das Teilnehmerfeld des Viertelfinales kommt exquisit daher, immerhin sind sechs der acht am besten platzierten Teams der Bundesligatabelle noch im Wettbewerb. Lediglich die Bamberg Baskets (11.) und der SYNTAINICS MBC (15.) nehmen keine einstelligen Tabellenplätze ein. Über die Terminierung des Viertelfinales dürften die Euroleague-Teilnehmer aus Berlin und München nur wenig erbaut sein, da in dieser Woche in Europas Eliteliga zwei Spieltage auf dem Programm stehen. Aufgrund dieser Rahmenbedingungen ist es eher unglücklich, do-or-die-Partien anzusetzen. 

Ich möchte die anstehenden Begegnungen unter drei Gesichtspunkten analysieren: Offensive, Defensive und aktuelle Form.

RASTA Vechta – Bamberg Baskets

Offensive: Beide Mannschaften sind an diesem Ende des Feldes fast gleichstark. Die gefährlichsten Bamberger Scorer Zach Copeland and Trey Woodbury kommen von der Bank, was der Mannschaft einen Push verleiht und sie unberechenbarer macht. Wenn man bei Vechta den MVP-Kandidaten Tommy Kuhse in seinen Kreisen einengen kann, ist das die halbe Miete. Der Würzburger Javon Bess bewies das am vergangenen Freitag beim 87:75-Sieg gegen den Aufsteiger eindrucksvoll.

Defensive: Die Frage ist nur: Können die Oberfranken das? Während der Aufsteiger aus der niedersächsischen Provinz auf Topniveau verteidigt, wirken die Bamberger an diesem Ende des Feldes wie ein Abstiegskandidat. 

Aktuelle Form: Beide Mannschaften sind im Moment etwas launisch. Nach der besten Saisonleistung in Oldenburg und dem guten Spiel gegen die Bayern enttäuschte Vechta in Würzburg. Sportdirektor Gerrit Kersten-Thiele sagte nach dem Spiel: „Ich hoffe, dass jetzt alle wieder in der Realität angekommen sind.“ Bamberg unterlag nach zwei Heimsiegen zuletzt bei den zuvor kriselnden Göttingern.

SYNTAINICS MBC – ALBA BERLIN

Offensive: Die Zahlen der Berliner sehen bislang gut aus, aber ohne die Verletzten Matt Thomas, Sterling Brown und Louis Olinde hängt derzeit (zu) viel an Johannes Thiemann. Der Ball geht sehr häufig in den Post, was den Angriff statischer macht, als wir es von den Albatrossen kennen. Für die Weißenfelser galt in den letzten Jahren immer offensiv „hui“ und defensiv „pfui.“

Defensive: Das aber hat sich unter Predrag Krunic gewandelt. Die Verteidigung gehört mittlerweile ins solide Mittelfeld der Liga, ist aber dennoch nicht auf Berliner Niveau.

Aktuelle Form: Nach sechs Pflichtspielniederlagen in Serie kamen die Hauptstädter am Dienstag nach einem 16-Punkte-Rückstand gegen Zalgiris Kaunas zum zweiten Euroleague-Sieg. Dieser Erfolg war extrem wichtig für das Selbstvertrauen. Der MBC hat nach dem 108:75-Sensationssieg in Berlin zwei Heimniederlagen gegen Würzburg und Hamburg hinnehmen müssen. Die wahrscheinliche Rückkehr von Martin Breunig sollte die Gastgeber spielerisch und moralisch wieder stärken.

NINERS Chemnitz – ratiopharm ulm

Offensive: Der Deutsche Meister ist hier das stärkere Team. Die Ulmer weisen die beste Assist-Quote der Liga auf, was neben Point Guard Juan Nunez vor allem an den Passfähigkeiten von Center Trevion Williams liegt. Dazu kommt mit Karim Jallow der beste One-Man-Fast-Break der Liga. 

Defensive: An diesem Ende des Feldes sind die NINERS absolute Spitze. Ausgezeichnete 1-1-Verteidiger und Big Men, die nach den von Rodrigo Pastore bevorzugten Switches, die Guards vor sich halten können, sorgen dafür, dass Chemnitz wenig rotieren muss und ständig Druck am Ball ausübt. So werfen die Kontrahenten nur knapp 26 Prozent von der Dreipunktelinie und erhalten dank der starken Rebound-Arbeit der NINERS auch kaum zweite Chancen.

Aktuelle Form: Die Ulmer konnten nach der enttäuschenden Heimniederlage gegen Rostock zwar am Mittwoch in Trento gewinnen, aber es war ein Spiel auf überschaubarem Niveau mit Höhen und Tiefen. Chemnitz ist hingegen das heißeste Team weit und breit. Gegen Varese gelang wettbewerbsübergreifend der 17. Sieg in Folge!

Telekom Baskets Bonn – FC Bayern München Basketball

Offensive: Es treffen die Mannschaften mit den niedrigsten Spieltempi aufeinander, die aber trotzdem (oder deshalb?) beim Offensiv-Rating ganz oben stehen (Bonn 1., München 3.). Beide Teams passen extrem gut auf den Ball auf, aber die Bonner weisen aus dem Dreierbereich die zweitbeste Quote auf, während die Bayern nur im unteren Mittelfeld rangieren. Das Scoring wird sowohl in Bonn als auch in München auf viele Schultern verteilt. 

Defensive: Die Bayern erlauben die drittwenigsten Gegenpunkte der Liga, haben aber trotzdem „nur“ das sechstbeste Rating (siehe niedrige Pace). Damit sind sie trotzdem besser als die Rheinländer, denen ein defensiver Anker von der Qualität eines Serge Ibaka fehlt.

Aktuelle Form: Die Münchner haben zuletzt einen großen Schritt nach vorne gemacht. Offense und Defense wirken homogener, das Zusammenspiel ist grundsätzlich und im Timing besser geworden. Zudem sind die Schlüsselspieler Ibaka und Carsen Edwards in Topverfassung. Die Bonner sind allerdings auch gut unterwegs: Vier BBL-Siege in Folge und am Mittwoch der wichtige Auswärtssieg in der Champions League.

Kochs Nachschlag

Na klar, jetzt wollt ihr wissen, wen ich beim Pokalwochenende im Februar sehe. Vechta, Bayern und Berlin gehen als Favoriten in ihre Begegnungen. Chemnitz gegen Ulm ist aus meiner Sicht komplett offen und birgt zudem eine spannende Nuance. Sollten die NINERS gewinnen, würden sie den Bonner Rekord von wettbewerbsübergreifend 18 Siegen in Folge aus der Vorsaison einstellen – und zwar ausgerechnet gegen jenen Kontrahenten, der ihnen zum Saisonauftakt am 27. September die bislang einzige Niederlage zufügen konnte.

Stefan Koch war zwei Jahrzehnte lang Headcoach in der ersten Liga und wurde 2000 und 2005 als Trainer des Jahres ausgezeichnet. Er erreichte mit seinen Teams regelmäßig die Playoffs und trat sieben Mal im Europapokal an. Sechs Mal nahm er am TOP FOUR teil und gewann 2000 mit Frankfurt den Pokal. Zudem war der Hesse drei Mal Headcoach des All-Star-Games.

Koch arbeitet aktuell als Kommentator bei Dyn, war früher auch als Experte und Kommentator für SPORT1, Premiere, Sportdigital und MagentaSport tätig, sowie als Scout für die NBA. Seine Kolumne „Kochs Nachschlag“ findet sich bei uns regelmäßig hier im News-Center rechts unter der Rubrik "Kochs Nachschlag". Außerdem produziert er gemeinsam mit Oliver Dütschke im Zweiwochentakt den Podcast „Talkin‘ Basketball“, der auf allen gängigen Plattformen abrufbar ist.